Schnüffelspiele als gelungene Abwechslung – Hunde wollen beschäftigt werden

Ob Welpe oder Hunde Opa, Hunde wollen beschäftigt werden, da reicht das tägliche Gassi-Gehen nicht aus. Hunde sind neugierig und immer viel in Bewegung, das gilt für kleine Hunde wie für große Hunde. Unsere vierbeinigen Freunde sind eben wahre Energiebündel und verfügen über eine erstaunliche Sinneswahrnehmung. Spannend: Hunde werden blind geboren, es dauert fast zwei Wochen ehe ein Hundewelpen seine Umgebung auch über die Augen wahrnehmen kann. Umso mehr sind sie auf ihre anderen Sinne angewiesen. Vielleicht sind unsere Fellnasen daher wahre Geruchsexperten, zumindest verfügen sie über eine immense Geruchswahrnehmung.

Hunde nehmen die Welt anders wahr

Ein Hund nimmt die Welt anderes wahr, als etwa wir Menschen. Er riecht die Welt und diese Sinneseindrücke wollen auch verarbeitet werden. Mit seinem Geruchsinn ist der Hund zu außerordentlichen Leistungen fähig. Diese Leistung kann man zum Beispiel bei Suchhunden eindrücklich feststellen. Ob bei der Suche in Trümmern oder nach dem Abgang einer Lawine, die feine Nase solcher Arbeitshunde hat schon viele Menschenleben retten können.

Hunde können sogar Emotionen riechen, Angst, Ärger und ähnliche Gefühle basieren beim Menschen auf biochemischen Prozessen. Dabei werden Stoffe freigesetzt, die ein Hund riechen kann. Es gibt Berichte und Studien, dass Hunde sogar Krankheiten wie Krebs riechen können oder auf den Abfall des Blutzuckerspiegels reagieren. Mit seinem Geruchsinn ist der Hund dem Menschen weit überlegen. Bei einer Schnüffelaktion atmet ein Hund bis zu 300 Mal pro Minute ein. Sonst ist seine Nase immer feucht. Beim Schnüffeln wird sie trocken und er braucht vermehrt Wasser.

Auch Fährten können von einem Hund gerochen und wahrgenommen werden. Das ist hauptsächlich bei Jagdhunden der Fall, aber auch bei Suchhunden. Hunde sind wahre Schnüffelmeister und werden deshalb auch beispielsweise von der Polizei oder dem Grenzschutz eingesetzt. Diese Begabung und Fähigkeit lassen sich auch trainieren. Weiterhin verfügen Hunde auch über einen natürlichen Spieltrieb, der gefördert werden will.

Hunde sind Meister im Schnüffeln – Schnüffelspiele liegen ihnen also

Das Schnüffeln ist Teil des Wesens eines Hundes, es ist ihm nicht nur eine Begabung, sondern vielmehr ein Bedürfnis. Er muss die Welt riechen, um sie zu erfahren. Das Riechvermögen eines Hundes ist millionenfach höher, als dass eines Menschen. Gepaart mit seinem Spieltrieb kann man so dem Hund Anreize geben, um ihn sinnvoll zu beschäftigen und ihn in seiner Eigenart zu bestärken. Dafür eignen sich Schnüffelspiele vorzüglich und sie sind besonders artgerecht.

Das Schnüffeln macht dem Hund Spaß und den Menschen setzt es in Erstaunen. Dabei hat das Schnüffeln viele Vorteile, der Hund ist ausgelastet und es entspricht seinem natürlichen Drang. Der Einsatz der Nase gehört zu seinem Wesen und er wird gefördert, lernt dazu und es entspricht seiner arteigenen Begabung. Vor allen Dingen unruhige Hunde profitieren von den Schnüffelspielen, denn diese haben einen besonders ausgeprägten Beruhigungseffekt. Die Schnüffelspiele sind auch gut für Jagdhunde geeignet, sie schätzen diese Nasenarbeit als sinnvolle Ersatzbeschäftigung. Diese Art der Beschäftigung garantiert ruhige und ausgeglichene Hunde.

Schnüffelspiele beschäftigt auch alte Hunde oder Hunde mit Handicap. Da es eine Vielzahl von verschiedenen Spielen zur Nasenarbeit gibt, gibt es auch tolle Übungen, die mit wenig Bewegungen auskommen. Das Spiel mit dem Schnüffelteppich ist zum Beispiel ein solches. Auf wenig Raum wird geschnüffelt. Das ist dann auch etwas für vielleicht ältere Hunde oder Hunde, die sich nicht mehr so gut bewegen können. Schnüffelteppiche gibt es inzwischen in allen Größen und natürlich kannst du einen solchen auch selbst herstellen. Aber natürlich gibt es auch andere tolle Schnüffelspiele, bei dem auch die Bewegung nicht zu kurz kommt.

Verschiedene Varianten von Schnüffelspielen

Für eine Spielvariante eignet sich ein Futterbeutel, ein ausrangiertes Stofftier oder ein Schlampermäppchen. Das Stofftier sollte ausgenommen und mit einem Reißverschluss versehen sein. Manchmal bekommt man befüllte Stofftiere auch im Tierbedarf. Der Reißverschluss soll vor dem Hund mehrmals geöffnet werden, damit er weiß, dass er seinen Menschen braucht und mit ihm kooperieren muss. Das Tier oder das Mäppchen soll nun mit Leckerlis gefüllt werden. Am Anfang spielt man drinnen, ist der Hund erst einmal daran gewöhnt, kann man das Spiel nach draußen erweitern. Jetzt wird die Beute gut versteckt und der Hund muss schnüffeln. Ist er fündig geworden bekommt er die Belohnung aus dem erschnüffelten Futterbeutel.

Man kann den Hund aber auch noch anders beschäftigen, indem man in Einmachgläsern verschiedene Duftmarken gibt, um ihn olfaktorisch herauszufordern und so seinen Riechnerv zu reizen. Man kann beispielsweise verschiedene Teesorten hineingeben, Leckerlis, Blumen, Gewürze, Süßigkeiten oder Erde. Man lässt den Hund an den verschiedenen Gläsern riechen und trainiert so seinen Geruchssinn, außerdem macht es dem Hund Spaß.

Ideen für tolle Schnüffelspiele

  • Leere Klorollen aber auch Klorollen mit Papier drumherum eignen sich gut zum verstecken. Der Vorteil bei Klopapierrollen mit Papier: Sie bleiben prima stehen und der Hund hat durchaus etwas Mühe an die Belohnung zu kommen.
  • Hütchenspiel mit Hund. Dafür am besten haltbare Plastikbecher nehmen und darunter Leckerlis verstecken. Nur unter einen und dann eben den Hund seine Belohnung finden lassen.
  • Futter verstreuen. Vorallem draußen mach ich das gerne, ich verstreue einfach breitflächig ein paar Leckerlis (gerne auch normales Trockenfutter) auf einer Wiese. Das ist vielleicht nicht die raffinierteste Art der Nasenarbeit, aber eben gut geeignet um einen Hund auch mal abzulenken.

Was keine gute Idee war für ein neues Schnüffelspiel, war das Leckerli in ein Stück Küchenpapier einzuwickeln. Zumindest bei meinem Hund. Der hat gar nicht ausgepackt sondern Leckerli mit Tuch geschluckt.

Riechorgel für den Hund

Auch eine Riechorgel kann den Hund beschäftigen. Diese baut man aus einem Karton und leeren Toilettenpapierrollen. In einer Rolle werden Leckerlis versteckt und die muss der Hund dann aufspüren. Je mehr Rollen, um so schwieriger wird die Aufgabe. Den Spielaufbau bei diesem Schnüffelspiel darf man sich wie bei einem Bällebad in einem Hundepool vorstellen. Wobei man ein ähnliches Spiel auch mit einer einzelnen Küchenrollen spielen kann und manchmal reicht es als Spaß für Vierbeiner und Zweibeiner auch aus, wenn man ein oder zwei Leckerlis in eine solche Rolle gibt und diese zusätzlich noch mit etwas Küchenpapier ausstopft und dann durch Knicke verschließt. Nun darf der Hund auspacken.